Nur eine Woche nach dem so aufopferungsvoll erkämpften Sieg gegen Tabellenführer Falcons Bad Homburg erlitten die USC BasCats Heidelberg in der 2. DBBL Süd einen Rückschlag. Beim Playoff-Mitbewerber TSV Wasserburg gab es eine 60:74-Niederlage. Die BasCats rutschten damit auf Rang drei ab.
Die BasCats hatten diesmal zehn Spielerinnen zur Verfügung, im Vergleich zur Vorwoche waren Greta Metz und Carla Koch wieder dabei. Melanie Hoyt, Anne Zipser, Lotta Simon, Anna-Lisa Wuckel, Greta Gomann und Melina Karavassilis fehlten weiterhin. Vor 330 Zuschauern in der Badria verlief das erste Viertel weitgehend ausgeglichen. Es war eine umkämpfte Partie zweier defensivstarker Mannschaften. Offensiv klappte bei den BasCats aber zu wenig, das Team hätte eigentlich nach zehn Minuten führen müssen. Weil aber die Würfe nicht kamen, stand es 11:11.
Beim 13:13 im zweiten Viertel war schon der letzte Gleichstand erreicht. Danach zog Wasserburg unaufhaltsam davon. Die Australierin Neseya Williams und die US-Amerikanerin Hailey Smith waren nicht zu kontrollieren. Sie erzielten zusammen 44 Punkte und holten 27 Rebounds. Dann traf auch noch Manuela Scholzgart wichtige Würfe, so dass es zur Halbzeit 32:20 für die Gastgeberinnen stand.
Es sollte noch schlimmer kommen. Nach einem Korb von Charisse Fairley zum 22:34, drehte Williams so richtig auf. Neun Punkte in weniger als vier Minuten, dazu ein Dreier von Scholzgart und ein Korb von Smith – ein 14:0-Lauf zum 48:22 brachte die Vorentscheidung. Dann begannen sich die BasCats endlich zu wehren. Kelly Moten, bis dahin ungewöhnlich unauffällig startete mit sieben Punkten die Aufholjagd, unterbrochen von einem Dreier von Antonia Laabs. Antonia Schüle beendete den 16:0-Lauf mit einem Distanztreffer zum 38:48 und ließ noch einen Korb mit Add-One folgen. Beim 41:49 witterten die BasCats die Wende.
Doch als Schüle gleich zu Beginn des vierten Viertels kurz hintereinander das vierte und fünfte Foul kassierte, war die Aufholjagd vorbei. Näher als neun Punkte kamen die Heidelbergerinnen nicht mehr heran. Die Spanierin Alejandra Mastral übernahm die Regie und war vor allem von der Freiwurflinie sicher. Julia Wroblewski, die angesichts ihrer langen Pause und dem Kurzeinsatz gegen Bad Homburg bemerkenswerte 34 Minuten auf dem Feld stand, und Jayla Oden sorgten noch für etwas Ergebniskosmetik.
Den USC BasCats ist die anstehende Pause mehr als recht. Sie gibt den vielen Kranken und Verletzten weitere Gelegenheit zur Regeneration. Am 31. Januar kommen die punktgleichen Eisvögel Freiburg II um 17 Uhr ins ISSW.
Michael Rappe
Rebounds (Wasserburg/BasCats): 49:31 (Williams 16, Smith 11, Santos 7 – Moten 8, Fairley 5, Oden 5)
Dreier: 30:17% (7/23:5/30)
Freiwurfquote: 65:71%
Assists: 17:3 (Smith 7 – Wroblewski 2)
Steals: 5:7 (Santos 2 – Laabs 2, Wroblewski 2)
Michael Rappe
Stimmen zum Spiel:
Cheftrainer René Spandauw: „Der Wasserburger Sieg geht in Ordnung. Wir haben zu spät angefangen zu spielen, waren viel zu passiv und zu statisch. Wir wussten, dass es unterm Korb gegen Williams und Smith schwer wird. Antonia Schüle hat es gut gemacht, ihr fünftes Foul hat uns sehr weh getan. Dennoch haben wir gegen Jena mit derselben Mannschaft gegen die Großen hervorragend agiert. Leider waren wir heute zu undiszipliniert. Ich konnte in den Aussagen sagen, was ich wollte, es wurden nur Dreier geballert. Wir haben mehrfach Sachen umgestellt, aber es hat nicht geholfen.“
Antonia Schüle: „In die erste Halbzeit sind wir zu schwerfällig gestartet. Wir haben als Team defensiv nicht gut verteidigt und offensiv unseren Rhythmus nicht gefunden. Wasserburg hat es clever gemacht und zwischenzeitlich nahezu alles getroffen. Immerhin haben wir uns nach einem Rückstand von über 20 nicht hängen lassen und sind mit aggressiverer Verteidigung und konsequenterer Offensive zurück ins Spiel kommen. Durch gut ausgespielte Spielzüge meiner Mitspielerinnen konnte ich wichtige Punkte erzielen. Leider kam die Aufholjagd zu spät und Wasserburg hat den Sieg eingefahren. Ich ärgere mich, dass ich dem Team im letzten Viertel nach meinem fünften Foul nicht mehr helfen konnte.“
Michael Rappe
Beitragsbild: Antonia Schüle (hier beim Hinspiel) war in Wasserburg eine der Besten im Heidelberger Team. Foto: Lukas Adler
