/ via dieheidelberger /
Bei der Diskussion um die letzten Gaslaternen in Heidelberg geht es nicht um veraltete Technik, sondern um 22 Zeitzeugen unserer Stadtgeschichte. Seit über 150 Jahren prägen sie das Stadtbild. Sie stammen aus der Zeit, als Robert Bunsen hier forschte und die Grundlagen moderner Gas- und Verbrennungstechnik legte. Sein Schüler Carl Auer von Welsbach machte das Gaslicht später weltweit leistungsfähig. Dieses Erbe ist bis heute sichtbar.
Die Verwaltung bestätigt selbst: Der CO₂-Anteil dieser 22 Leuchten ist „nicht signifikant“. Trotzdem sollen rund 240.000 Euro investiert werden, ohne dass der Stadt Einsparungen entstehen. Das ist weder wirtschaftlich noch sinnvoll priorisiert.
Für eine normgerechte LED-Ausleuchtung wären zusätzliche Leuchten nötig. Damit ginge genau das verloren, was diese Laternen ausmacht: ihr historisches Lichtbild.
Andere Städte erhalten Gaslaternen bewusst als Wahrzeichen. Heidelberg hingegen würde ein Stück eigener Wissenschafts- und Technikgeschichte aufgeben.
Gerade als Wissenschafts- und Kulturstadt sollten wir dieses Erbe erhalten, statt es für 240.000 Euro endgültig aus dem Stadtbild verschwinden zu lassen. Diese 22 Gaslaternen sind kein Kostenproblem, sondern ein identitätsstiftendes Freilichtmuseum. Unser Ziel bleibt: sinnvoll investieren, Identität bewahren und Entscheidungen faktenbasiert treffen.
