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StartGesellschaftPeter Pausch„Irrte Flaubert?" Teil 3

„Irrte Flaubert?” Teil 3

/ von Peter Pausch /

 „Wenn die Gesellschaft so fortfährt,
wird in zweitausend Jahren nichts mehr sein,
kein Grashalm, kein Baum;
sie wird die Natur aufgefressen haben.“

Gustave Flaubert (1821-1880)


Macht ein Ende. Es ist Zeit.“

Sophokles

„In asymmetrischen Kriegen verlieren militärisch hochgerüstete, mächtige Staaten sehr häufig gegen militärisch schwache Gegner. Eklatante Beispiele sind der Algerienkrieg (1954–1962), der Vietnamkrieg (1965–1975), der Krieg der Sowjetunion in Afghanistan (1979–1989) sowie der Krieg des Westens in Afghanistan (2001–2021).“

„Wer die finanziellen Mittel hatte, konnte sich dem Militärdienst in Vietnam (durch Studium etc.) entziehen. Von jenen, die ihren Wehrdienst ableisteten und in Vietnam kämpften und starben, waren unverhältnismäßig viele arm, kaum gebildet und schwarz. Es war eine Armee von Teenagern – mehr als 60% starben im Alter von 18 bis 21 Jahren, das Durchschnittsalter der US-Truppe war 19.“

‘Aus den Beziehungen zwischen vietnamesischen Frauen und amerikanischen Soldaten stammen etwa 100.000 Amerasianer. Viele sind noch immer auf der Suche nach ihren Eltern.’

‘In einem asymmetrischen Krieg kämpft eine militärisch schwache Partei einen Kampf um ihr (politisches) Überleben. Wenn sie aufhört zu kämpfen, wird ihre Existenz ausgelöscht. Die militärisch starke Partei hingegen kann den Krieg jederzeit abbrechen, ohne um ihre Existenz fürchten zu müssen.“

„Der Vietnamkrieg war bis dahin Amerikas längster Krieg und der erste, der verloren wurde. 58.269 amerikanische Soldaten waren gestorben, 304.704 verletzt, mehr als 33.000 blieben gelähmt. In seiner Folge begingen mehr Veteranen Selbstmord, als Soldaten in Vietnam gefallen waren. Im Zivilleben fanden sich viele nicht mehr zurecht. 500.000 bis 800.000 von ihnen litten und leiden unter einem posttraumatischen Stresssyndrom. Anfang der neunziger Jahre waren von den etwa 750.000 Obdachlosen in den USA ein Viertel bis ein Drittel Vietnamveteranen.“

„Nach einer Newsweek-Umfrage sind 71 Prozent der Amerikaner für Militär- schläge, auch wenn sie zu großen zivilen Opfern führen. Die Boulevardzeitung Daily News betitelt ihr Editorial »Total barbarism demands total war«. Darin heißt es: »Wenn der Rest der Welt nicht bei einem Frontalangriff auf den Feind im Schatten mitmachen will, muss Amerika den Alleingang wagen.«“

„Was ist das, was in uns hurt, lügt, mordet, stiehlt?“ Georg Büchner

„… und die Gewalt, nicht etwa die Gerechtigkeit, bestimmt heute wie ehedem den Lauf der Welt; denn nicht die Natur der Menschen wandelt sich, es wechseln nur die äußeren Umstände.“   Carl von Clausewitz

„Nous laisserons ce monde-ci aussi sot et aussi méchant que nous l’avons trouvé en y arrivant“  Voltaire 

„Wer wird infrage stellen wollen, dass die großen Hoffnungen der Jahre direkt nach den demokratischen Revolutionen im Osten Europas ebenso schnell wieder zerstoben sind, wie sie aufgekommen waren: Der weiter zunehmende Graben zwischen Arm und Reich, die neoliberale Entfesselung der Finanzmärkte, die neuentbrannten Kriege in diversen Regionen der Welt, die globale Ausbreitung diktatorischer Regime und das drohende Herannahen einer ökologischen Katastrophe, all das sind Zeichen, die statt in die Richtung eines weiteren moralischen Fortschritts in Richtung der Wiederkehr eines gesellschaftlichen Naturzustands, eines Krieges aller gegen alle weisen.“ Axel Honneth

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