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Eine Ära geht zu Ende!

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Nachruf für Peter Frese, der am 6. Januar 2026 im Alter von 98 Jahren verstarb!

Peter Frese wurde am 29.09.1927 in Berlin geboren. Hier besuchte er die Volksschule in Berlin-Charlottenburg und machte an der Siemens-Oberrealschule im August 1943 das sogenannte Notabitur. Es folgte die Einberufung zum Reichsarbeitsdienst in Kulm an der Weichsel im ehemaligen Westpreußen und die Einberufung als Offiziersbewerber zur Deutschen Luftwaffe, bei der er als Bordfunker – ausgebildet in der Luftnachrichtenschule Halle – bis zur russischen Gefangenschaft seinen Dienst tat. Gemeinsam mit einem Mitgefangenen hatte er sich damals dann selbständig aus dem Gefangenenlager „entfernt“! Gleiches gelang ihm nochmals als POW bei den Amerikanern, wobei er dann freiwillig in Oldenburg in ein britisches Lager ging, um Entlassungspapiere zu erhalten, da man damals ohne diese keine Lebensmittelkarten bekam. Anfang Januar 1946 wurde Peter schließlich entlassen und war bis Mitte Mai als Dolmetscher im Britischen Motorenwerk Oldenburg tätig. Es folgte der Umzug nach Heidelberg zum Vorsemester – das Notabitur wurde für ungültig erklärt – mit Studium am Institut für Leibeserziehung mit Examen im Juli 1949. Da Sportlehrer im freien Beruf in Schule oder im Verein noch nicht gefragt waren, arbeitete Peter bei verschiedenen Dienststellen der US Army, u.a. als Geschäftsführer im Bowling Center der US Army in Heidelberg. Nach einer Bewerbung – mit Flugerfahrung aus dem Krieg – über das Heidelberger Tageblatt wurde er von der US Army zur Ausbildung an die Schule der Bundesanstalt für Flugsicherung nach München geschickt. Peter war danach leitender Angestellter der US Army Flight Operations Center Heidelberg und wurde im Oktober 1990 in den verdienten Ruhestand versetzt.

Peter machte seit frühester Jugend viel Sport, u.a. Turnen, Leichtathletik, Judo, Feldhandball, Basketball und Tennis. Vor allem in der Leichtathletik lagen seine Prioritäten – als Neunjähriger erlebte er die Olympischen Spiele von Berlin 1936 live im Stadion und wurde mit dem „Leichtathletik-Virus“ infiziert – er konnte bereits mit 16 Jahren über 400m seine noch heutige Bestzeit von 50,0 Sekunden aufstellen, damals natürlich noch auf der Aschenbahn – eine Zeit, die noch heute fast in jedem Jahr zum Endlauf der deutschen U18-Meisterschaften reichen würde, wobei inzwischen nur noch auf schnelleren Kunststoffbahnen gelaufen wird. Seine vielversprechende Sprintkarriere wurde durch den Krieg zunichte gemacht.

1970 kam er dann zur TSG 78 Heidelberg und somit zu seiner geliebten Leichtathletik zurück. Hier übernahm Peter sogleich gemeinsam mit Hubert Knapp und Peter Bleiler die Sportabzeichengruppe der TSG 78 Heidelberg. Über 50 Jahre führte er diese Gruppe alleine und war bis 2023 Mitglied der Abteilungsleitung für den Bereich Freizeit-/Breitensport. Die Zahl der Sportabzeichenprüfungen in den Bereichen Leichtathletik, Schwimmen, Radfahren, Walking und Gewichtheben dürfte bei rund 1.500 liegen, ohne die einzelnen Prüfungen, die nicht an offiziellen Abnahmeterminen stattfinden müssen. Peter konnte hier in Heidelberg neben seinem Beruf bei der US Army auch seine Berufung in der TSG 78 Heidelberg finden. Er leitete lange Zeit dreimal pro Woche das Training des Sportabzeichenvorbereitungskurses, deren Teilnehmerzahl zwischen 15 und in Hochzeiten 50 Teilnehmenden betrug. Zusätzlich kümmerte sich Peter immer wieder um neue Sportabzeichenprüfer*innen in der TSG 78 HD, lernte diese an und schulte sie, damit das Sportabzeichen noch lange Bestand haben wird.

Seit seiner Pensionierung vor gut 35 Jahren hatte es sich Peter zusätzlich viele, viele Jahre zur Aufgabe gemacht, den Sportplatz und die leichtathletischen Wettkampfanlagen zu pflegen und in bestem Zustand zu halten. Auch als Kampfrichter und Helfer stand er immer zuverlässig und gutgelaunt zur Verfügung. Zusätzlich konnte er bei Meisterschaften auf nationaler Ebene Mitte der achtziger Jahre mehrere Medaillen bei Seniorenmeisterschaften erringen, von regionalen Erfolgen ganz zu schweigen.     PeterFrese

 

LA PFrese Am 6. Januar 2026 verließ uns Peter für immer. Was wir an ihm neben seinem unermüdlichen Einsatz für die Leichtathletik-Abteilung stets sehr zu schätzen wussten, war seine allezeit positive Art sowie seine Grundhaltung, nie über andere Personen schlecht zu reden. Gleichermaßen hatte er immer ein riesengroßes Herz für die Jugend. Anfang 2025 hatte Peter schweren Herzens die Sportabzeichen- Verwaltung an Wolfgang Bürger übergeben, denn (insbesondere) die Arbeit mit dem PC wurde ihm zu viel.

Lieber Peter, wir werden dich niemals vergessen und dir stets ein ehrendes Andenken bewahren!!!

Quelle

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