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USC BasCats: Der Geist war willig, doch…

4 Jan. 2026

Sie wollten, doch (irgendwann) konnten sie nicht mehr. Mit letzter Kraft mussten die USC BasCats das Viertelfinalspiel gegen den Bundesligisten ALBA Berlin bestreiten. Zu viele Kranke, zu viele Verletzte – da wurde es nichts mit einem möglichen Pokal-Coup gegen den deutschen Meister von 2024. Der hohe Favorit setzte sich mit 95:48 souverän durch und erreichte das Final Four um den deutschen Pokal, das ALBA in der eigenen Sömmering-Halle in Berlin-Charlottenburg bestreiten kann.

Die Sorgenfalten bei René Spandauw waren im Laufe der Woche immer größer geworden. Dass er auf Greta Gomann, Julia Wroblewski, Melanie Hoyt, Anna-Lisa Wuckel und Lotta Simon würde verzichten müssen, war schon länger klar, doch dann schlug auch noch eine Erkältungswelle erbarmungslos zu. Antonia Laabs, Charisse Fairley und Laurie Irthum konnten kaum trainieren. Zudem ist auch Melina Karavassilis immer noch verletzt, sie sollte eigentlich zum 1. Januar wieder bei den BasCats einsteigen. So fehlte Intensität und Energie im Training, wahrlich keine optimale Vorbereitung für ein Pokal-Viertelfinalspiel gegen ein so starkes Team wie ALBA.

Wenigstens konnten Laabs, Fairley und Irthum dann doch mitwirken, aber nur zeitweise, bis die Kräfte schwanden. Alles andere als eine Rotation wäre auch unvernünftig gewesen, haben die BasCats doch noch große Ziele in der 2. DBBL Süd und nun den Tabellenführer aus Bad Homburg vor der Brust.

Die Ränge in der alten Halle des ISSW waren endlich mal wieder sehr gut gefüllt, die Stimmung war großartig. Nach offiziellen Angaben waren es 180 Zuschauer. Sie sahen zu Beginn ein BasCats-Team, das viel zu viel Respekt hatte. Und ALBA zeigte sofort, dass es überhaupt nicht gewillt war, hier eine Pokalsensation zuzulassen. Es dauerte nur fünf Sekunden, bis Emily Kiser die ersten Punkte markierte. Mit viel Tempo und Physis, mit spielerischer Klasse und Cleverness, zogen die Berlinerinnen den BasCats schnell den Zahn.

ALBA-Cheftrainer Cristo Cabrera wusste genau, von wem seiner Mannschaft die meiste Gefahr drohen würde. Folglich „erfreute“ sich Kelly Moten äußerst intensiver Bewachung. Die US-Amerikanerin hatte kaum Luft zum Atmen, kaum einen Zentimeter Platz für ihre Dribblings und Pässe. Ihre neun Ballverluste – völlig ungewöhnlich für eine so ruhige und sichere Passspielerin – waren fast ausschließlich dem enormen Druck geschuldet, der auf sie ausgeübt wurde. Es spricht für sie, dass sie dennoch die beste Spielerin im BasCats-Trikot war. 13 Punkte (Freiwurfquote 8/8), sechs Rebounds, drei Vorlagen und drei Ballgewinne erzielte sie in knapp 34 Minuten Spielzeit. Ihre Duelle mit Deeshyra Thomas waren faszinierend, meist mit dem besseren Ende für die Berlinerin (18 Punkte, vier Rebounds, sechs Vorlagen, fünf Ballgewinne). Deren „No-Look-Pässe“ waren teilweise eine Augenweide.

Erbitterte Duelle lieferte sich Kelly Moten und Deeshyra Thomas. Foto: Andreas Gieser

Neben Moten gefiel auch Jayla Oden, die ebenfalls sehr viel Druck bekam, sich aber immer wieder dynamisch zum Korb durchtanken und Fouls ziehen konnte. Mit elf Punkten (7/8 von der Freiwurflinie) war sie zweitbeste Werferin.

Solange die Kräfte hielten, spielte auch Antonia Laabs, kaum von der Erkältung genesen, gut auf. Ihre fünf Punkte waren die ersten fünf BasCats-Punkte in diesem Spiel. Über 9:0 und 18:7 zog ALBA schnell davon. Jo Raflo versenkte insgesamte sechs Distanzwürfe und war mit 26 Punkten die Werferin des Abends. Sie wurde zu schlecht verteidigt, da agierten die BasCats häufig wie das Kaninchen vor der Schlange.

So lange die Kräfte hielten, zeigte auch Antonia Laabs ein gutes Spiel. Foto: Andreas Gieser

Gute Szenen hatte Centerin Greta Metz. Während die BasCats im Offensivrebound insgesamt ganz deutlich unterlegen waren (4:16), hatte die 17-Jährige gute Szenen unter dem Korb und wurde für ihren couragierten Auftritt von den Zuschauern eifrig beklatscht.

Bis zum Schluss kämpften die BasCats um ein achtbares Ergebnis, doch spätestens ab Ende des dritten Viertels waren die Kräfte weg. ALBA legte einen 18:0-Lauf hin, an dem Raflo mit drei Dreiern in kürzester Zeit den größten Anteil hatte.

Die zweite Teilnahme an einem Pokal-Final Four blieb also für die BasCats ein Traum. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten schlugen sie sich achtbar. Nun können sie sich ganz auf die Liga konzentrieren, und da wartet nun der nächste große Hammer. Am Samstag, 10. Januar, um 17 Uhr, kommt der ungeschlagene Tabellenführer Falcons Bad Homburg zum Tabellenzweiten. Mehr Topspiel geht nicht. Dann hoffentlich mit ein paar gesunden Spielerinnen mehr.

Michael Rappe

Stenogramm: 0:9 (3.), 5:18 (6.), 11:18 (9.), 11:24 (10.), 15:32 (12.), 26:47 (Halbzeit), 40:64 (27.), 40:71 (30.), 40:82 (33.), 48:95 (Endstand).

USC BasCats: Moten 13/1, Oden 11, Laabs 5/1, Schüle 5/1, Zipser 5, Metz 4, Fairley 3/1, Koch 2, Schramm-Bünning, Irthum.

ALBA Berlin: Raflo 26/6, Thomas 18/3, Stammberger 13/1, Kiser 10, Bertholdt 9/1, Schultze 7, Rosemeyer 6, Esser 2, Muse 2, Simon 2, Gohlisch.

Rebounds: 33:45 (Team 7, Moten 6, Oden 5 – Kiser 12, Team 7, Bertholdt 5)

Dreier: 27:35% (4/15:11/31)

Freiwurfquote: 90:57%

Assists: 8:31 (Moten 3 – Thomas 6)

Steals: 10:20 (Moten 3 – Thomas 5, Stammberger 5)

Michael Rappe

Stimmen zum Spiel:

Cheftrainer René Spandauw: „Das war vielleicht die schnellste Auszeit meines Lebens. Wir waren zu Beginn nicht bereit und hatten viel zu viel Respekt. Nur sechs Fouls bis zum letzten Viertel sagen alles. Wir hatten ein paar gute Phasen, aber keine Konstanz. Irgendwann ging bei uns das Licht aus. Ich musste früh wechseln, Laurie Irthum, Antonia Laabs und Charisse Fairley waren krank und hatten kaum trainiert. Da muss ich eine Spielerin auch schützen, schließlich spielen wir Samstag gegen Tabellenführer Bad Homburg. Wir haben bis zum Ende gekämpft, Greta Metz hat offensiv einige sehr gute Sachen gemacht, Leni Schramm-Bünning hatte defensiv gute Szenen. Jayla Oden hat dem Druck Stand gehalten. Aber irgendwann ging bei uns das Licht aus. Tempo und Härte waren heute der große Unterschied.“

Antonia Laabs: „Wir waren anfangs nicht bereit, dann hatten wir im ersten Viertel eine starke Phase, wo wir gut mitgehalten haben. ALBA war viel konsequenter und entschlossener als wir, da müssen wir an unserer Einstellung arbeiten. Wir können aus diesem Spiel mitnehmen, dass wir gegen Bad Homburg von Anfang an bereit sein müssen. Da können wir uns keinen 0:7-Lauf zu Beginn leisten. Es war richtig, dass René mich rausgenommen hat, auch wenn meine Erkältung ein bisschen besser war. Wir haben diese Saison nicht gerade Glück, was Verletzungen und Krankheiten angeht. Ich war überrascht, als er mich gefragt hat, ob ich Kapitänin sein möchte. Aber ich gehe gerne voran und übernehme Verantwortung, auch wenn ich nicht die Lauteste bin.“

Greta Metz: „ALBA hat sehr körperlich und schnell gespielt. Da muss man stark sein. Wir hatten Probleme, rein zu kommen. Wir hatten durch die Ausfälle keine gute Trainingswoche, von uns war ja fast niemand fit auf dem Feld. Immerhin hatte ich ein paar gute Szenen unter dem Korb. Ich bin froh, dass ich momentan nach all den Verletzungen fit bin. Von Anne Zipser und Melanie Hoyt kann ich viel lernen, ich muss noch an meiner Härte arbeiten.“

Michael Rappe

Beitragsbild: Centerin Greta Metz zeigte gegen ALBA eine couragierte Leistung. Foto: Andreas Gieser

 

 

 

Quelle

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