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Austausch über Fragen der Ethik in den Wissenschaften

/ via universitätsklinikum heidelberg /

Mit dem Ziel, die Vielfalt ethischer Fragestellungen in den Wissenschaften auszuloten, startet ein neues Veranstaltungsformat des Camilla-und-Georg-Jellinek-Zentrums für Ethik an der Universität Heidelberg. Das Zentrum lädt mit seinen „Jellinek-Dialogen“ dazu ein, ethische Aspekte in wissenschaftlichen Berufen, insbesondere in der Forschung, zu diskutieren. Dazu geben jeweils zwei Vertreterinnen oder Vertreter unterschiedlicher Fachrichtungen kurze Impulse zu einem gemeinsamen Thema, um miteinander und mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Den Auftakt machen die Humangeographin Prof. Dr. Tabea Bork-Hüffer und die Onkologin Prof. Dr. Dr. Eva Winkler, die über „Ko-produktive Forschung mit vulnerablen Gruppen“ – die gemeinsame Forschungsarbeit mit Betroffenen – sprechen werden. Die öffentliche Veranstaltung findet am 19. Januar 2026 im Hörsaal des Historischen Seminars, Grabengasse 3-5, statt. Beginn ist um 16 Uhr. 

In vielen Disziplinen werden normativ relevante Fragen durch den Forschungsgegenstand, aber auch durch die Methoden oder die Forscherinnen und Forscher selbst aufgeworfen, etwa bei Dual-Use-Forschung oder Themen wie Machtverhältnisse, Karrierewege und Nachhaltigkeit. Diese unterschiedlichen Schwerpunkte und „Leerstellen“ zu erkunden und in einen Diskurs über Forschungspraxis und professionelle Verantwortung zu treten, ist Anliegen der „Jellinek-Dialoge“, zu denen das im vergangenen Jahr gegründete Camilla-und-Georg-Jellinek-Zentrum für Ethik einlädt. Das interdisziplinäre Zentrum hat das Ziel, den Austausch zu ethischen Themen über Fachgrenzen hinweg zu fördern und zu koordinieren. Es versteht sich als Plattform für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, die gemeinsam an in Ethik begründeten oder an Ethik ausgerichteten Themen forschen wollen. Die Auseinandersetzung mit ethischen Herausforderungen soll damit als integraler Teil wissenschaftlicher Praxis und Professionalität gestärkt werden. 

Die Auftaktveranstaltung der „Jellinek-Dialoge“ widmet sich einem Forschungsansatz, bei dem verschiedene Beteiligte – Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Praxis ebenso wie Betroffene – gemeinsam an der Generierung von Wissen und der Entwicklung von Problemlösungen arbeiten. Gerade im Umgang mit vulnerablen Personen, etwa schwer Erkrankten, stellen sich dabei besondere ethische Fragen: Wie gehen Forscherinnen und Forscher zum Beispiel mit Belastbarkeit, Schutzbedürftigkeit und asymmetrischen Abhängigkeitsverhältnissen um? Welche Verantwortung besteht, wenn im Forschungsprozess strukturelle Probleme oder Grenzen der Verantwortbarkeit sichtbar werden? Und wie können Forschungsformate so angepasst werden, dass sie eine echte Ko-Produktion ermöglichen? Aus ihren jeweiligen Perspektiven präsentieren die Humangeographin Tabea Bork-Hüffer und die Onkologin Eva Winkler ihren Umgang mit diesen Fragen und diskutieren ihre Bedeutung für die wissenschaftliche Professionalität.

Eva Winkler ist Professorin für Translationale Medizinethik an der Medizinischen Fakultät Heidelberg der Universität Heidelberg und Geschäftsführende Direktorin am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg. Sie forscht zu ethischen Fragen der Translation von Forschungsergebnissen in die Versorgung. Gemeinsam mit dem Theologen Prof. Dr. Thorsten Moos bildet sie das Gründungsdirektorium des Camilla-und-Georg-Jellinek-Zentrums für Ethik. Die Wissenschaftlerin ist zudem stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates. Tabea Bork-Hüffer ist Professorin für Humangeographie am Geographischen Institut der Universität Heidelberg. Mit Schwerpunkten im Bereich der Sozial- und Kulturgeographie sowie digitalen Geographie beschäftigt sich Prof. Bork-Hüffer mit der Frage, wie die Verflechtung digitaler Technologien im Alltag soziale Inklusion und Exklusion sowie soziale Nachhaltigkeit und Wohlbefinden beeinflussen.

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