/ via End Cement /
Zur Veranstaltung von End Cement Heidelberg und medico international mit Karin Zennig, Referentin für Südostasien und für Klimagerechtigkeit bei medico interantional, kamen knapp 40 Menschen. Eine Überraschung wurde zum Schluss präsentiert: End Cement kündigte eine Blockade des Zementwerks von Heidelberg Materials an. Es wird zur Teilnahme an der Aktion am 16. April um 12 Uhr vor dem Zementwerk in Leimen aufgerufen. Zudem werde ein Protestcamp vom 12. bis 20. April 2026 auf der Wiese direkt bei der Zentrale Heidelberg Materials abgehalten.
„Wer schadet, der haftet!“ sagen pakistanische Bäuerinnen und Bauern. Sie machen die Konzerne RWE und Heidelberg Materials für klimabedingte Schäden mitverantwortlich – und ziehen vor das Heidelberger Landgericht. Im Sommer 2022 erlebte Pakistan beispiellose Regenfälle: Ein Drittel des Landes stand monatelang unter Wasser, das entspricht zwei Drittel der Fläche Deutschlands. 33 Millionen Menschen verloren ihr Zuhause, Schäden von über 30 Milliarden US Dollar entstanden. Besonders betroffen waren die Bezirke Dadu, Larkana und Jacobabad in der Provinz Sindh. 39 Bäuer:innen fordern nun rund eine Million Euro Schadensersatz – als Ausgleich für zerstörte Ernten, verendetes Vieh und verwüstete Dörfer. Neben medico international unterstützen ECCHR, in Pakistan die HANDS Welfare Foundation und der Gewerkschaftsverband NTUF die Klage.
Karin Zennig von medico international schilderte die weiterhin schwierige Lage vor Ort: „Viele Flächen sind unbrauchbar, Felder können nicht mehr bestellt werden, Wohnraum fehlt, und die Versorgung ist sehr unsicher“.
RWE und Heidelberg Materials zählen zu den größten CO₂-Emittenten weltweit. Das Gericht soll klären, ob Unternehmen für klimabedingte Schäden im Ausland haftbar gemacht werden können.
„Die Kosten nach außen verlagern und die Gewinne einstreichen – das darf es nicht mehr geben“, sagt Dorothee Hildebrandt von End Cement. Die Klage knüpft an ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamm von 2025 an, das im Fall des peruanischen Bauern Lliuya das Verursacherprinzip großer Emittenten bestätigte.
Die Initiative versteht den Fall als Teil einer wachsenden Bewegung für globale Klimagerechtigkeit. Gefordert werden Entschädigungen, verbindliche Unternehmenspflichten und internationale Fonds, deren Mittel tatsächlich bei den Betroffenen ankommen.
