Mit Bernadette Sonnenbichler übernimmt im September eine Intendantin das Theater Heidelberg, die trotz spürbarer Einsparvorgaben überzeugt. Gemeinsam mit ihrem Team hat sie ein vielfältiges Programm für alle fünf Sparten entwickelt und zeigt, wie man Qualität sichert und Ressourcen gezielt einsetzt.
Die Geschichte des Hauses versteht sie als Auftrag: Theater bleibt ein Ort für Freiheit, Widerspruch und demokratischen Austausch.
Besonders wichtig ist ein oft übersehener Punkt: Rund 82 % der Ausgaben des Theaters sind Personalkosten. Ein Stadttheater ist hochgradig arbeitsintensiv – Ensembles, Werkstätten, Technik, Pädagogik. Wer hier spart, spart an Menschen und an der Fähigkeit, Kultur überhaupt zu produzieren. Die Spielräume sind entsprechend begrenzt und kaum verhandelbar.
Umso bemerkenswerter ist es, dass Sonnenbichler unter diesen Bedingungen ein Programm vorlegt, das Vielfalt und Teilhabe ermöglicht. Es zeigt, wie verantwortungsvoll mit den vorhandenen Mitteln gearbeitet wird – und wie wichtig eine verlässliche Finanzierung bleibt, wenn Heidelberg ein starkes Stadttheater erhalten will. Ein wichtiges Zeichen für ein Theater, das trotz Druck Haltung und Qualität bewahrt.
