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Homers Ilias und das historische Troia
Einer der renommiertesten deutschen Altphilologen des 20. Jahrhunderts, Wolfgang Schadewaldt, stellte seiner Übersetzung von Homers Ilias folgende Sätze voran:
Die Ilias handelt von Kriegen und Kämpfen in fast ununterbrochener Folge.
Sie ist aber kein kriegerisches Epos.
Die Ilias handelt von Helden und ihren Schicksalen.
Sie ist aber kein heldisches Epos.
Die Ilias ist ein menschlich-tragisches Epos.
Treffender lässt sich dieses monumentale Epos mit seinen ca. 16.000 Hexameterversen, mit dem vor 2.800 Jahren die europäische Literatur begann, nicht beschreiben.
Dozent Christoph Wagner wird in seinem auf etwa 30 Sitzungen angelegten Vortragszyklus dieses Werk rezitieren in seiner neuen Übersetzung, die speziell auf eine Rezitation optimiert ist, eingedenk der Tatsache, dass Homer sie seinerzeit nicht als Lesebuch niedergeschrieben hat, sondern als Gedächtnisstütze für den gesungenen Vortrag. Homer war nach modernem Sprachgebrauch ein Singer-Songwriter.
Daneben wird er diesen Text ausführlich erläutern und vor allem auch von den aktuellen, sehr spannenden Forschungsergebnissen am Hissarlik-Hügel auf der Nordwestspitze Kleinasiens berichten, auf dem das historische Troia lag, wenn es denn je existiert hat. Auf alle Fälle ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Troianische Krieg eine historische Grundlage hat, durch die Forschung der letzten 40 Jahre sehr viel größer geworden.
Weitere Kurstage im kommenden Semester ab Juli
Die Ilias handelt von Kriegen und Kämpfen in fast ununterbrochener Folge.
