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Vortrag von Prof. Dr. Detlef Siegfried: Das Prinzip Provokation. Kunst und Protest in den 1960er und 1970er Jahren

/ via friedrich ebert gedenkstätte /

In einer Gesellschaft, deren Wandel den einen nicht schnell genug ging, während er andere überforderte, konnte Provokation die Verhältnisse zum Tanzen bringen. Das gezielte Infragestellen von Normen und Klischees durch politische Botschaften und öffentliche Aktionen entfaltete in den 1960er und 1970er Jahren eine enorme Wirkung. Von der Künstlergruppe „Situationistische Internationale“, die die Öffentlichkeit bewusst verstören wollte, über die „Provos“, die Amsterdam aufmischten und weit über die Niederlande hinaus Aufsehen erregten, bis hin zum bekannten „Bremer Stil“ im Theater und den skandalträchtigen Aktionen der Kommune 1 spielte Provokation in der politisierten Mediengesellschaft eine bedeutende Rolle. Schon gegensätzliche Lebensentwürfe und konträre politische Visionen galten im Klima der Konfrontation wechselseitig als Provokation. Künstlerische Eingriffe wie Klaus Staecks Montagen trieben diese Gegensätze symbolisch auf die Spitze.

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