/ via dieheidelberger /
Unser Besuch bei der Berufsfeuerwehr Heidelberg hat uns nachhaltig beeindruckt. Heiko Holler, der Leiter der Berufsfeuerwehr, hat uns persönlich durch die Wache geführt und uns gezeigt, wie breit und anspruchsvoll die Aufgaben dieser Organisation sind. Die Feuerwehr ist weit mehr als „Feuer löschen“. Sie übernimmt technische Hilfeleistungen, Bevölkerungsschutz, das Notrufwesen samt Alarmierungsnetz, die Grundausbildung für Berufs- und Freiwillige Feuerwehr und den vorbeugenden Brandschutz. Rund 2.500 Einsätze pro Jahr sprechen für sich. Nur etwa 10 % sind Brände, der Großteil betrifft technische Hilfeleistungen und Fehlalarme, oft ausgelöst durch Rauchmelder, die aber Leben retten.
Beeindruckt hat uns die Präzision, mit der ein Einsatz angekündigt wird: Gong, Licht an, klare Durchsage, Wiederholung durch eine KI‑Stimme. Jede Sekunde zählt.
Die Feuerwehr Heidelberg ist breit aufgestellt. Ca. 130 Hauptamtliche, 365 Ehrenamtliche, 18 Mitarbeitende in Technik und Verwaltung und 291 Kinder und Jugendliche in der Jugendfeuerwehr. Die Jugendfeuerwehr vermittelt spielerisch Verantwortung. So werden z.B. Nistkästen aufgehängt, kleine Löschübungen ausgeführt, bis zu kreativen Projekten, die den Teamgeist stärken.
Auch die Ausstattung ist beeindruckend: eine 23‑Meter‑Drehleiter, Löschfahrzeuge, Sonderfahrzeuge für Gefahrgut, Rüst- und Erdaushubbehälter und vieles mehr. Eine komplette Schutzausrüstung wiegt rund 25 kg und hält kurzfristig 800 °C stand. Dass die Einsatzkräfte ihre Ausrüstung selbst pflegen und ein ausgeklügeltes System zur Dekontamination haben, zeigt ihren hohen Anspruch an Sicherheit.
Deutlich wurde aber auch, wo wir als Stadt Verantwortung tragen: Die Vielzahl an gleichzeitigen Baustellen erschwert Einsätze massiv. Offizielle Ausweichrouten funktionieren in der Realität oft nicht. Und flächendeckendes Tempo 30 mag verkehrspolitisch gut gemeint sein – im Einsatzfall kostet es wertvolle Minuten. Wenn wir über Verkehrsberuhigung sprechen, müssen wir die Feuerwehr immer mitdenken. Es geht nicht um Komfort, sondern um Menschenleben.
Der Alltag der Berufsfeuerwehr ist geprägt von 24‑Stunden‑Diensten, Werkstattarbeiten, Sport, Ausbildung, Reparaturen, Übungen und einem sozialen Miteinander sind elementar wichtig. Selbst ein Volleyballplatz wurde in Eigenleistung angelegt. Sogar Taucheinsätze gehören zum Repertoire. Sechs ausgebildete Feuerwehrtaucher sind Pflicht, bei einem Einsatz. Darum haben alle Mitarbeiter eine Tauchausbildung, damit sind immer Taucher verfügbar.
Wir gehen mit großem Respekt aus diesem Besuch. Diese Menschen schützen uns, retten uns, halten unsere Stadt am Laufen – oft unter schwierigen Bedingungen.
Danke an die Feuerwehr Heidelberg für euren Einsatz, eure Professionalität und euren Mut!
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