StartGemeinderatGrüneHitzeschutz wird zur Daseinsvorsorge: Rhein-Neckar Region besonders betroffen

Hitzeschutz wird zur Daseinsvorsorge: Rhein-Neckar Region besonders betroffen

/ via bündnis 90 – die grünen heidelberg /

Pressemitteilung des Landtagsabgeordneten Florian Kollmann vom 11.08.2026 //

Auf eine parlamentarische Anfrage des Heidelberger Landtagsabgeordneten Florian Kollmann MdL und der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Cindy Holmberg MdL veröffentlicht die Landesregierung aktuelle Zahlen zur Hitzeentwicklung. Die Daten zeigen: Die Rhein-Neckar-Region und die Gemeinden entlang des nördlichen Oberrheins gehören zu den besonders betroffenen Gebieten Baden-Württembergs.

Durch den Klimawandel werden extreme Temperaturen immer häufiger. Die Zahl der Heißen Tage mit 30 Grad Celsius und mehr hat sich in Baden-Württemberg zwischen den Perioden 1961–1990 und 1996–2025 verdoppelt. In extremen Jahren wie 2022 haben sich die Werte gegenüber dem Referenzzeitraum sogar vervierfacht.

Besonders deutlich wird die Entwicklung bei den Tropennächten. Im Rhein-Neckar-Kreis wurden bis zum 20. Juli 2026 bereits bis zu sechs Tropennächte erfasst. In einer Tropennacht sinkt die Temperatur nicht unter 20 Grad – eine wichtige Erholungsphase für den Körper fällt damit aus. Langfristig gehört die Rhein-Neckar-Region zu den am stärksten von Hitze betroffenen Gebieten des Landes: Im Rhein-Neckar-Kreis werden durchschnittlich 16 Hitzetage pro Jahr verzeichnet, im Naturraum des nördlichen Oberrheins sogar 22.

„Diese Zahlen sind ein Weckruf! Hitze ist längst keine Ausnahmesituation mehr, sondern eine Frage der Daseinsvorsorge, gerade in Städten wie Heidelberg“, sagt Florian Kollmann, Heidelberger Landtagsabgeordneter. „Wir müssen unsere Städte jetzt hitzefest machen, nicht erst nach dem nächsten Rekordsommer.“

Dafür brauche es konkrete Maßnahmen vor Ort. „Ob intelligente Verschattung, mehr Entsiegelung oder die konsequente Umsetzung des Schwammstadt-Prinzips: Wir haben in den nächsten Jahren viel zu tun. Gerade vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich besonders gefährdete Menschen müssen besser geschützt werden“, so Kollmann. Die grüne Fraktion im Heidelberger Gemeinderat fordert unter anderem die Nachrüstung von Hydranten zu Trinkwasserspendern sowie eine „Klimatisierungsoffensive“ für vulnerable Einrichtungen.

Die Landesregierung hat in den vergangenen Jahren wichtige Instrumente für eine hitzeresiliente Gestaltung der Kommunen geschaffen. Mit der Fortschreibung des Förderprogramms KLIMOPASS, dem „Förderbaukasten Blau-Grün“ und der neuen Entsiegelungsprämie können unter anderem Dach- und Fassadenbegrünungen, Baumpflanzungen, die klimaangepasste Gestaltung von Schulhöfen sowie die Entsiegelung von Flächen unterstützt werden. Auch die Städtebauförderung bietet Möglichkeiten, öffentliche Räume klimaangepasst umzugestalten.

„Die Gestaltungsaufgabe für die Städte und Gemeinden ist enorm. Deswegen ist es gut, dass die Landesregierung sich darauf verständigt hat, unseren Kommunen beim Klimaschutz und der Klimaanpassung in den nächsten Jahren noch stärker zu unterstützen“, so Kollmann.

Dass Hitzeschutz kein Wohlfühlthema ist, zeigt auch der Blick auf die wirtschaftlichen Folgen. Nach Angaben einer Studie im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums verursacht ein einziger Tag mit Temperaturen ab 30 Grad Celsius direkte Kosten für die deutsche Wirtschaft in Höhe von 431 Millionen Euro.

„Klimaschutz und Prävention sind die beste Investition in die Zukunft unseres Landes. Jeder Euro, den wir heute in Klimaanpassung und Vorsorge investieren, hilft, künftige Schäden zu vermeiden und schützt damit Menschen, Wirtschaft und Kommunen“, so Kollmann.

Quelle

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