/ via der paritätische /
Der Verbandsrat des Paritätischen hat am 18. September 2026 Positionen für eine solidarische, präventive und bedarfsgerechte pflegerische Versorgung beschlossen, mit der Pflege zukunftsfest gestaltet werden kann. Die pflegerische Versorgung in Deutschland steht vor erheblichen Herausforderungen. Die Zahl pflegebedürftiger Menschen ist binnen zehn Jahren auf über sechs Millionen gestiegen, die soziale Pflegeversicherung ist finanziell nicht nachhaltig aufgestellt und einseitige Sparmaßnahmen drohen die notwendigen Strukturreformen zu ersetzen. Der Paritätische legt mit diesem Papier Positionen zur Finanzierung, zur personzentrierten Versorgung, zur häuslichen Pflege, zur Prävention, zur Absicherung pflegender An- und Zugehöriger, zur Bekämpfung von Pflegearmut und für gute Arbeitsbedingungen vor. Zudem wird gefordert, diese Themen in einen langfristigen politischen Kompass zusammenführen.
Der demografische Wandel wird die aktuelle Entwicklung weiterbefördern. Zugleich verändern sich Familienstrukturen, Erwerbsbiografien und die Sozialräume, in denen Pflege stattfindet. Die soziale Pflegeversicherung stößt zunehmend an ihre Grenzen. Sie ist finanziell nicht nachhaltig aufgestellt, Pflege wird für immer mehr Menschen zum Armutsrisiko und über Jahre wurden notwendige Strukturreformen aufgeschoben. Trotz zahlreicher Gesetze ist es nicht gelungen, einen tragfähigen Gesamtplan zu entwickeln, der zeigt, wie eine demografiefeste Versorgung dauerhaft gesichert werden kann.
Reformpolitik, die vorrangig auf kurzfristige Kostenbegrenzung setzt, wird dieser Aufgabe nicht gerecht: Sie verschiebt Lasten auf pflegebedürftige Menschen, ihre Familien und auf Pflegeeinrichtungen, ohne die strukturellen Ursachen für Probleme in der Versorgung zu beheben. Der Paritätische stellt die Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen und ihrer An- und Zugehörigen in den Mittelpunkt und berücksichtigt die Situation der Pflegeeinrichtungen. Erforderlich ist kein weiteres Bündel von Einzelmaßnahmen, sondern ein langfristiger politischer Kompass mit Maßnahmen aus einem Guss.
Der Paritätische fordert, dass:
- Pflege konsequent am Menschen ausgerichtet wird,
- Pflege solidarisch finanziert wird,
- Häusliche Pflege gestärkt wird,
- Prävention zum verbindlichen Bestandteil der Pflege wird, um mehr gesunde Lebensjahre zu schaffen,
- Pflegende An- und Zugehörige wirksam entlastet und abgesichert werden,
- Pflegearmut verhindert wird,
- gute Arbeitsbedingungen für gute Pflege ermöglicht werden,
- ein langfristiger politischer Kompass für die Pflege als Gesamtplan für eine demografiefeste Versorgung bis zum Jahr 2040 erstellt wird.

