StartOrganisationen GesellschaftAnpfiff ins LebenViele gute Ideen und Erfahrungsberichte beim AOK Vereinstag in Walldorf

Viele gute Ideen und Erfahrungsberichte beim AOK Vereinstag in Walldorf

/ via anpfiff ins leben /

Wenn Vereinsvorstände am Wochenende eine Einladung zu einer Informationsveranstaltung erhalten, dürfte bei einigen zunächst eine gewisse Skepsis mitschwingen. Ob sich die investierte Zeit lohnt? Für Sebastian Schulz von Anpfiff ins Leben war die Antwort schon vor Beginn klar: „Wenn die Vereine hier netzwerken und eine gute Zeit haben, dann wird es ein Erfolg.“

Unter dem Motto „Gemeinsam für Deine Vereinszukunft“ griff der AOK Vereinstag in Walldorf genau die Themen auf, die viele Vereinsverantwortliche derzeit beschäftigen. Rund 30 Teilnehmende nutzten die Gelegenheit zum Austausch in den Räumlichkeiten der AOK. „Wir wollen Mitglieder gewinnen und halten“, brachte Nathalie vom DJK Hockenheim eine Herausforderung auf den Punkt, die viele Vereine teilen.

Wie groß das Interesse am gemeinsamen Lernen und Vernetzen war, zeigte auch Herrmann vom SV Schriesheim. Obwohl sein Sohn zuhause Geburtstag feierte und die Familie bereits auf ihn wartete, nahm er sich die Zeit für den Vereinstag – ein Zeichen dafür, welchen Stellenwert der Austausch mit anderen Engagierten für viele Vereinsverantwortliche hat.

Ein Raum voller gelebter Praxis

Bereits in der Vorstellungsrunde wurde deutlich, dass der Vereinstag genau die Themen aufgriff, die die teilnehmenden Vereine aktuell beschäftigen. Rund 20 Vereine waren vertreten – von traditionsreichen Fußballvereinen wie dem VfR Mannheim über engagierte Leichtathletik-Gemeinschaften wie die SAG Bad Schönborn bis hin zu Volleyballvereinen und Vertreterinnen des Tanzsportvereins TSC Kurpfalz.

Viele Teilnehmende kannten sich bereits aus der regionalen Vereinsarbeit oder aus der Zusammenarbeit mit „Anpfiff ins Leben“. Ein Begriff fiel dabei immer wieder: Zukunftsfähigkeit. Wie Vereine sich für die Herausforderungen von morgen aufstellen können, zeigte unter anderem ein Vortrag zum Einsatz Künstlicher Intelligenz im Vereinsalltag. Die Diskussion stieß auf großes Interesse. Jutta vom TV Brühl fragte begeistert: „Im Verein nutzen wir Microsoft 365 bereits für Leitfäden und Karteikarten. Was können wir darüber hinaus noch damit machen?“ Einige Vereine setzen inzwischen sogar Voice-Bots ein, die Anrufe entgegennehmen, wenn niemand persönlich erreichbar ist.

Konkrete Impulse für die tägliche Arbeit

Das Programm war ausgewogen gestaltet. Die Referentinnen und Referenten schafften es, die Teilnehmenden mitzunehmen, ohne sich in Theorie zu verlieren. Stattdessen standen konkrete Beispiele aus dem Vereinsalltag im Mittelpunkt. So wurde gezeigt, wie KI-gestützte Prompts bei der Auswertung eines Volleyballturniers unterstützen können oder wie sich Helferpools für Fahrdienste und andere Aufgaben organisieren lassen. Dabei wurde auch deutlich, dass Vereinsarbeit trotz aller digitalen Unterstützung vom persönlichen Engagement lebt – manchmal gehört dazu eben auch der eigene Vater als freiwilliger Helfer.

Passend zur ausrichtenden AOK zog sich eine Botschaft durch den Tag: „Zusammen geht alles besser: auch ein gesundes Leben.“ So entstand die Idee, die Zusammenarbeit künftig durch gemeinsames Kochen in der Lehrküche der AOK Mannheim zu ergänzen. Beim gesunden Mittagessen wurde der Austausch direkt fortgesetzt.

Wie viel durch starke Partnerschaften möglich ist, zeigte auch Marius vom SV Sandhofen. Bei einer italienischen Bowl berichtete er von rund 900 Kindern, die jede Woche durch Kooperationen mit Schulen in Arbeitsgemeinschaften in Bewegung gebracht werden. Besonders beeindruckend: Den Verein gibt es erst seit 2020.

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Auch wenn Hilfsmittel wie ein Helferpool im Vereinsumfeld oder Künstliche Intelligenz die Vereinsarbeit spürbar erleichtern können, waren sich die Teilnehmenden in einem Punkt einig: Der persönliche Austausch und authentische Kommunikation bleiben unersetzlich. Ein mit Herzblut verfasster Vereinsbericht kann oftmals mehr bewirken als jede technische Lösung.

Wie unterschiedlich die Vereine ihre Zukunft gestalten wollen, zeigte sich in den Gesprächen. Der TSC Kurpfalz beschäftigt sich beispielsweise mit einem freundlicheren Erscheinungsbild seines Logos. Der VfR Mannheim, der mit gleich drei Teilnehmenden vertreten war, hätte die Networking-Phase gerne noch verlängert. „Ich fände es toll, noch mehr Jugendliche aus den Vereinen einzubinden“, regte Sumeje vom VfR Mannheim an. Auch für Ralf von der SG Bad Schönborn spielt die jüngere Generation eine zentrale Rolle: „Bei uns steht ein Generationenwechsel im Ehrenamt an.“

Gerade die Vielfalt der Teilnehmenden erwies sich als großer Erfolgsfaktor der Veranstaltung. Von der Sportpädagogin aus Edingen über die Frauen-Eishockeymannschaft Mad Dogs Mannheim bis hin zum TV Schwetzingen, der mit seinen Berichten über gelebte Inklusion beeindruckte, nahmen alle neue Impulse für die eigene Vereinsarbeit mit.

„Networking funktioniert“, resümierte Sebastian Schulz zum Abschluss des Tages augenzwinkernd.

Quelle

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