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Stadtblatt-Beitrag der Gemeinderatsfraktion von Florian Kollmann – Ausgabe vom 23.04.2026 //
In der letzten Woche hat der Gemeinderat den Weg für einen Bürgerentscheid zum geplanten Windpark am Lammerskopf freigemacht. Nach einer intensiven und kontroversen Debatte wurde mit genau der erforderlichen Zweidrittelmehrheit von 33 Stimmen beschlossen, diese zentrale Zukunftsfrage in die Hände der Bürger*innen zu legen. Gegen den Beschluss stimmten lediglich CDU, AfD, Teile von HiB/Volt, die Bunte Linke und IDA.
Damit ist klar: Am 12. Juli entscheiden die Heidelberger*innen darüber, ob die Stadt grundsätzlich das Gebiet Lammerskopf als Standort für Windkraftanlagen entwickeln soll. Dass diese strategisch so wichtige Frage nun direkt von der Bürgerschaft beantwortet wird, ist ein starkes Zeichen für unsere lebendige Demokratie – und eine große Chance für eine breite, engagierte Debatte in der ganzen Stadt.
Der Lammerskopf gehört zu den windhöffigsten Standorten im nördlichen Baden-Württemberg. Dieses Potenzial zu nutzen, ist angesichts der Klimakrise und der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern nicht nur sinnvoll, sondern dringend notwendig. Jeder Schritt hin zu einer verlässlichen, regionalen und erneuerbaren Energieversorgung stärkt unsere Unabhängigkeit und sichert unsere Zukunft. Der vor Ort erzeugte Strom kann zudem wichtige Projekte, wie die geplanten Flusswärmepumpen am Neckar, zuverlässig mit Energie aus der Region versorgen. Besonders freut uns, dass die Entwicklung des Windparks durch ein Konsortium aus den Heidelberger Stadtwerken und regionalen Bürgerenergiegenossenschaften erfolgen soll. So kann am Lammerskopf ein echter Bürgerwindpark entstehen: Die Wertschöpfung bleibt vor Ort, die Menschen können sich beteiligen – und die Energiewende wird konkret erlebbar.
Gleichzeitig ist klar: Der Schutz von Natur und Artenvielfalt hat für uns höchste Priorität. Eine umfassende FFH-Verträglichkeitsprüfung hat gezeigt, wo besondere Rücksicht erforderlich ist. In der Konsequenz wurde die ursprünglich geplante Fläche für den Windpark um mehr als die Hälfte reduziert. Für uns ist das ein wichtiges Signal: Klimaschutz und Naturschutz sind keine Gegensätze, sondern müssen zusammen gedacht werden.
Wir Grüne werden daher zusammen mit den Energiegenossenschaften, anderen Fraktionen und zivilgesellschaftlichen Organisationen dafür werben, dass sich eine Mehrheit am 12 Juli für die Realisierung des Windparks ausspricht. Wir sind überzeugt: die Menschen in Heidelberg wollen einen Beitrag zur Energiewende leisten und wir freuen uns auf spannende Gespräche und einen intensiven Debattenprozess auf dem Weg zum Bürgerentscheid am 12. Juli!
