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Wie stehen „Die Heidelberger“ zur Einrichtung eines neuen Dezernats für Finanzen und Wirtschaft?

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Heidelberg steht aktuell vor erheb­lichen finan­zi­ellen und wirtschaft­lichen Heraus­for­de­rungen. Auch im kommenden Doppel­haushalt besteht ein signi­fi­kanter Konso­li­die­rungs­bedarf in zweistel­liger Millio­nenhöhe. Eine nachhaltige Haushalts­kon­so­li­dierung mit struk­tu­rellen Reformen und klarer Priori­sierung ist daher zwingend erfor­derlich.

Gleich­zeitig braucht die lokale Wirtschaft – die bundesweit unter Druck steht – gezielter Unter­stützung, um wieder Wachstum zu ermög­lichen. Bund, Land und auch die Stadt Heidelberg benötigen Wirtschafts­wachstum. Nur so kann langfristig der finan­zielle Handlungs­spielraum gesichert werden, damit Heidelberg seine Aufgaben und Leistungen wie Kinder­be­treuung, Schulen, Straßen, Soziales und Kultur zuver­lässig erfüllen kann und sich zukunfts­fähig entwi­ckeln kann.

Bereits in den Leitan­trägen zum Doppel­haushalt 2025/2026 sowie zum Nachtrags­haushalt 2026 hat eine sehr große Mehrheit des Gemein­derats die hierfür notwen­digen Rahmen­be­din­gungen klar definiert:

–   Etablierung eines zentralen Control­lings mit überge­ord­neter Verant­wortung für eine trans­pa­rente, nachvoll­ziehbare Haushalts­führung, zielori­en­tierte Steuerung und nachhaltige Konso­li­dierung.

–   Syste­ma­tische Aufga­ben­kritik, Prozess­op­ti­mierung sowie struk­tu­relle Reformen bei der Haushalts­auf­stellung und Haushalts­führung.

–   Stärkung der Einnah­men­seite durch eine gezielte Wirtschafts­of­fensive einschließlich gezieltem Ansied­lungs- und Förder­mit­tel­ma­nagement.

Ein halbes Jahr später stellen alle Fraktionen immer wieder die gleichen Fragen: Wie steht es um die Umsetzung dieser Leitan­träge? Wer übernimmt die Verant­wortung? Der bisherige Konso­li­die­rungs­prozess lief für alle Betei­ligten nicht optimal. Es fehlte an Struktur, Trans­parenz und nachhal­tigen Ergeb­nissen. Der Nachtrags­haushalt hat deutlich gemacht, wie schwer wir uns tun, Ausgaben einzu­sparen bzw. vernünftig und mit Weitblick zu priori­sieren.

Damit die Leitan­träge keine leeren Worte bleiben, braucht es eine klare Struktur und die dazuge­hörige perso­nelle Kompetenz in der Verwaltung. Vor diesem Hinter­grund ist die Einrichtung eines zusätz­lichen Dezernats für Finanzen und Wirtschaft ein konse­quenter und logischer Schritt, um die definierten Ziele wirksam umzusetzen.

Gerade in einer anhal­tenden Konso­li­die­rungs­phase inves­tiert jedes gut geführte Unter­nehmen verstärkt in Finanz­kom­petenz. Die Stadt Heidelberg folgt damit einem betriebs­wirt­schaftlich nachvoll­zieh­baren Ansatz, um ihre Steue­rungs­fä­higkeit zu stärken.

Dafür braucht es eine Person, die die praktische Erfahrung und darüber Autorität mitbringt, feder­führend den Haushalt nachhaltig zu konso­li­dieren, strate­gische Priori­täten zu entwi­ckeln und gleich­zeitig Wachs­tums­im­pulse zu setzen.

Genau das hat die Stadt Heidelberg nun vor: Ein neues Dezernat als eine sinnvolle Inves­tition, um handlungs­fähig zu bleiben und den hohen Standard Heidel­bergs langfristig zu sichern. Dafür gilt es, jetzt die Weichen zu stellen, bevor sich die Dinge noch ungüns­tiger entwi­ckeln.

Denn es geht nicht nur um Konso­li­dierung und Finanzen. Auch der Bereich Wirtschaft steht vor großen Heraus­for­de­rungen – nicht nur Die Heidel­berger haben das im letzten Haushalt betont. Es ist erklärtes Schwer­punkt­thema der neuen Landes­re­gierung und auch die SPD-Fraktion in Heidelberg hat zum Doppel­haushalt 2025/2026 den „Leitantrag Struk­turen Wirtschafts­för­derung“ gestellt und die Gründung einer eigenen städti­schen Wirtschafts­för­de­rungs­ge­sell­schaft vorge­schlagen. Um den Wirtschafts­standort Heidelberg zukunfts­fähig aufzu­stellen, haben sie „eine umfas­sende Reform der Struk­turen“ vorge­schlagen „mit den Aufgaben Stand­ort­mar­keting & Inves­to­ren­service, Innova­tions- & Gründungs­för­derung, Gewer­be­flä­chen­ent­wicklung“ u.a.

Die Anfor­de­rungen an eine zeitgemäße Wirtschafts­för­derung sind in den letzten Jahren stark gestiegen – und sie werden weiter zunehmen. Es gilt, die ansäs­sigen Unter­nehmen in Heidelberg zu halten und bestmöglich zu unter­stützen. Gleich­zeitig stehen in Heidelberg aktuell und in den nächsten Jahren freie Gewer­be­flächen zur Verfügung. Diese Flächen müssen gezielt mit passenden neuen Unter­nehmen besetzt werden. Denn nur so können über die Gewer­be­steu­er­ein­nahmen steigende Kosten für wichtige städtische Leistungen wie Kinder­be­treuung, Schulen, Straßen, Sziales und Kultur finan­ziert werden.

Wichtig ist außerdem: Zum Aufga­ben­be­reich des neuen Amtes bzw. des künftigen Dezernats gehört nicht nur die Wirtschafts­för­derung, sondern auch die Wissen­schaft. Dem Thema Wissen­schaft in der Verwaltung eine größere Bedeutung beizu­messen ist längst überfällig und hat natürlich auch eine wirtschaft­liche Bedeutung für die Stadt Heidelberg.

Viele Bürge­rinnen und Bürgern, die sich nicht täglich mit diesen Themen beschäf­tigen, fragen sich vielleicht, weshalb einer­seits überall gespart werden muss und gleich­zeitig ein neues Dezernat mit zusätz­lichen Kosten geschaffen werden soll. Auch wir haben dies eingehend und kritisch in Fraktion und Vorstand disku­tiert.

Wegen der entste­henden Kosten haben wir das Thema auch im Haupt- und Finanz­aus­schuss ausführlich und kritisch disku­tiert. Eine große Mehrheit hat sich dort für einen Vorschlag von Kay Breer (FDP) ausge­sprochen: Die Kosten für das neue Dezernat (Personal und Sachmittel) sollen aus dem Dezernat des Oberbür­ger­meisters finan­ziert werden – ggf. muss dort entspre­chend einge­spart werden.

Diesen Vorschlag finden wir sehr gut. So wird sicher­ge­stellt, dass der städtische Haushalt nicht zusätzlich belastet wird bzw. nicht an anderer Stelle Einspa­rungen nötig sind, um das neue Dezernat zu finan­zieren. Vor diesem Hinter­grund sind wir zu der Entscheidung gekommen, die Einrichtung eines zusätz­lichen Dezernats für Finanzen und Wirtschaft zu befür­worten.

Wir sind davon überzeugt, dass das neue Dezernat eine notwendige und konse­quente struk­tu­relle Antwort auf die drängenden Probleme ist. Gleich­zeitig haben wir die klare Erwartung, dass das Dezernat schnell konkrete Ergeb­nisse liefert: mehr Trans­parenz im Haushalt, spürbare Einspa­rungen durch Reformen und eine echte Wirtschafts­of­fensive, die neue Arbeits­plätze und Steuer­ein­nahmen nach Heidelberg bringt.

Quelle

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