StartPolitikGemeinderatPrioritätenliste des Jugendgemeinderats der Stadt Heidelberg gegen Kürzungen in jugendrelevanten Themen

Prioritätenliste des Jugendgemeinderats der Stadt Heidelberg gegen Kürzungen in jugendrelevanten Themen

Jugendräume und konsumfreie Räume für Jugendliche
Gerade in der heutigen Zeit, in der Jugendliche einen bewussteren Umgang mit Social-Media
entwickeln und soziale Kontakte gezielt gestärkt werden müssen, braucht es Jugendtreffs,
Sportplätze und andere konsumfreie Räume, in denen sich Jugendliche treffen können. Diese
Orte sind erforderlich für Begegnungen, Austausch, Bewegung und gemeinschaftliches
Miteinander. Der Gemeinderat muss dies gewährleisten.

Jugendkultur, Partys/Veranstaltungen & Fördertopf „Mehr junge Feierkultur“
Mit der neuen Sperrzeitenregelung wurden die Möglichkeiten für Jugendliche und junge
Erwachsene, am Nachtleben teilzunehmen und Veranstaltungen zu besuchen, spürbar
eingeschränkt, zusätzlich zu den Kürzungen aus der vergangenen Legislaturperiode. Weitere
Einschnitte in diesem Bereich sind nicht akzeptabel.
Der Gemeinderat darf hier keine weiteren Kürzungen vornehmen. Stattdessen muss der
Fördertopf „Mehr junge Feierkultur“ fortgeführt, seine Mittel gezielt und zukunftsorientiert
eingesetzt und, wo nötig, aufgestockt werden. Nur so lassen sich sichere, attraktive und
altersgerechte Angebote schaffen, auch für Jugendliche unter 18 Jahren, die den Bedürfnissen
junger Menschen gerecht werden und das gesellschaftliche Miteinander stärken.
Mobilität für Jugendliche
Nach den Linienänderungen und Sparmaßnahmen im ÖPNV ist die Mobilität für Jugendliche in
der jüngsten Stadt Baden-Württembergs nicht mehr akzeptabel. Hier braucht es Investitionen
statt weiterer Kürzungen.
Der Gemeinderat muss von weiteren Sparmaßnahmen im Mobilitätsbereich absehen.
Stattdessen müssen der Ausbau der Fahrradinfrastruktur sowie das
Straßenerneuerungskonzept langfristig gesichert und konsequent weiterentwickelt werden.
Jugendliche sollten dabei von Anfang an in Planung und Gestaltung miteinbezogen werden, nur
so lassen sich Maßnahmen entwickeln, die ihre tatsächlichen Bedürfnisse berücksichtigen,
statt an ihnen vorbeizugehen.

11. Jugendgemeinderat der Stadt Heidelberg

Prioritätenliste des Jugendgemeinderats Seite 2 von 4
Bildungsbereich & digitale Ausstattung
Kürzungen im Bildungsbereich sind nicht akzeptabel. Insbesondere Investitionen in die
Digitalisierung an Schulen dürfen nicht vernachlässigt werden. Sie sind Voraussetzung für
zeitgemäße Bildung und Chancengerechtigkeit.
Gleichzeitig muss die Unterstützung einkommensschwächerer Familien nicht nur
sichergestellt, sondern bei Bedarf ausgebaut werden. Bildungsgerechtigkeit darf nicht vom
Geldbeutel der Eltern abhängen. Der Gemeinderat muss, auch künftig ausreichend Mittel
bereitstellen, um Chancengleichheit, Bildungs- und Entwicklungschancen für alle Kinder und
Jugendlichen zu sichern.
Mentale Gesundheit und Soziales
Die psychische Gesundheit junger Menschen muss endlich den politischen Stellenwert
bekommen, der ihr zusteht, und nachhaltig gefördert werden. Dazu gehören eine ausreichende
Ausstattung mit Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern, leicht zugängliche
Beratungs- und Unterstützungsangebote sowie gezielte Hilfe bei Stress, Leistungsdruck,
Mobbing und anderen psychischen Belastungen. Beratungsangebote jeglicher Art für
Jugendliche in allen Lebensrealitäten müssen weiterhin bestehen bleiben.
Beratungs- und Hilfsangebote müssen frühzeitig, niedrigschwellig und unkompliziert verfügbar
sein, damit junge Menschen rechtzeitig Unterstützung erhalten und psychische Belastungen
erst gar nicht chronisch werden. Der Gemeinderat muss diesen Bereich genauso wie Soziale
Trägerschaften, die einen wichtigen Wert im Bereich Mentaler- Gesundheit haben, priorisieren
und die notwendigen Mittel langfristig absichern.

11. Jugendgemeinderat der Stadt Heidelberg

Pressemitteilung zur Prioritätenliste des Jugendgemeinderats Seite 3 von 4
Pressemitteilung
Der Jugendgemeinderat Heidelberg hat zum zweiten Mal eine Prioritätenliste für die Einbringung
des Doppelhaushaltes erstellt und diese an die Stadtverwaltung und die Fraktionen des
Heidelberger Gemeinderats übergeben.
Mit der Liste macht der Jugendgemeinderat deutlich, welche jugendrelevanten Bereiche in den
anstehenden Haushaltsberatungen besonders berücksichtigt werden müssen, und in welchen
Bereichen aus Sicht des JGR‘s keine weiteren Kürzungen erfolgen dürfen.
Zu den Schwerpunkten zählen der Erhalt und Ausbau von Jugendräumen und konsumfreien
Treffpunkten, die Fortführung des Fördertopfs „Mehr junge Feierkultur“, Investitionen in die
Mobilität junger Menschen und in den Bildungsbereich sowie die Stärkung der mentalen
Gesundheit von Kindern und Jugendlichen.
Rafael Sison, der die Prioritätenliste verfasste, erklärt dazu: „Ein besonderer Schwerpunkt der
Prioritätenliste wird auf Jugendräume und konsumfreie Aufenthaltsmöglichkeiten gelegt.
Gerade in einer Zeit, in der soziale Kontakte wieder stärker gefördert werden müssen, werden
Orte benötigt, an denen sich Jugendliche konsumfrei treffen, sich austauschen und ihre Freizeit
verbringen können.
Besonders deutlich positioniert sich der Jugendgemeinderat beim Fördertopf „Mehr junge
Feierkultur“, für dessen Erhalt sich der Vorsitzende Michael Steinke seit Langem einsetzt. Nach
den Änderungen der Sperrzeiten und den bereits erfolgten Kürzungen im Bereich der
Jugendkultur sieht er hier akuten Handlungsbedarf: „Wenn wir jungen Menschen sichere und
attraktive Räume zum Feiern nehmen, verlagern wir das Problem nur – wir lösen es nicht. Der
Fördertopf „Mehr junge Feierkultur“ darf nicht weiter zusammengestrichen werden. Er muss
fortgeführt und dort, wo es nötig ist, sogar aufgestockt werden, damit Jugendkultur in der
jüngsten Stadt Baden-Württembergs eine Zukunft hat.“
Auch im Bereich Mobilität sieht der Jugendgemeinderat deutliche Schwächen. Nach den
Linienänderungen und Einsparungen im öffentlichen Nahverkehr sei die Mobilität für viele
Jugendliche spürbar schwieriger geworden, so Annika Bischofberger, 2. stellvertretende
Vorsitzende des Jugendgemeinderats Heidelberg. Wir brauchen einen gut ausgebauten und
bezahlbaren ÖPNV sowie sichere und attraktive Radwege, damit junge Menschen in Heidelberg
auch in Zukunft selbstständig und nachhaltig unterwegs sein können, so Bischofberger
Gleichzeitig fordert der Jugendgemeinderat Investitionen in den Ausbau der Fahrradinfrastruktur
sowie in das Straßenerneuerungskonzept. Zusätzlich wünscht er sich, dass Jugendliche künftig
stärker in die Planung jugendrelevanter Maßnahmen einbezogen werden.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft den Bildungsbereich: „Kürzungen darf es hier nicht geben.
Besonders Investitionen in die Digitalisierung der Schulen, aber auch die Unterstützung
einkommensschwächerer Familien seien notwendig, um Chancengleichheit zu gewährleisten“,
so Bischofberger.

11. Jugendgemeinderat der Stadt Heidelberg

Pressemitteilung zur Prioritätenliste des Jugendgemeinderats Seite 4 von 4
Auch die mentale Gesundheit junger Menschen müsse stärker in den Mittelpunkt rücken, so der
Jugendgemeinderat. Ausreichende Schulsozialarbeit, niedrigschwellige Beratungsangebote
sowie frühzeitige Unterstützungsangebote seien Voraussetzung, um psychische Belastungen
rechtzeitig zu erkennen.

Vorsitzender Michael Steinke ordnet die Prioritätenliste als Ganzes ein: „Die Prioritätenliste ist
ein wichtiges Signal an Politik und Verwaltung. Sie macht deutlich, welche Themen junge
Menschen derzeit besonders bewegen – und in welchen Bereichen investiert werden muss und
in welchen Bereichen keine Kürzungen stattfinden dürfen!“
Abschließend betont Rafael Sison, dass die Prioritätenliste die zentralen jugendrelevanten
Themen in den Mittelpunkt rücken soll, gleichzeitig müssen aber auch in allen anderen
Bereichen, die Kinder und Jugendliche betreffen, Einsparungen verhindert werden.

Gez.: Rafael Sison

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