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USC BasCats: Eine von uns – Anna-Lisa Wuckel geht den nächsten Schritt

6 Aug. 2026

Anna-Lisa Wuckel bleibt den USC BasCats Heidelberg erhalten. Die 18-Jährige ist als Combo Guard ein echtes Eigengewächs des USC – sie hat die Jugendmannschaften des Vereins bis hinauf in die WNBL durchlaufen und kam in der vergangenen Saison in 24 Pflichtspielen auf durchschnittlich 25 Minuten Einsatzzeit. Im Sommer spielte sie für die deutsche U20-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Litauen. In der kommenden Spielzeit übernimmt sie mehr Verantwortung.

Es gibt Verpflichtungen, die man erklären muss. Und es gibt Meldungen wie diese, bei denen eigentlich ein Satz genügt: Anna-Lisa Wuckel bleibt. Sie ist beim USC Heidelberg groß geworden – von den Jugendmannschaften bis in die WNBL, die höchste deutsche Nachwuchsliga. Sie kennt die Halle, die Trainerinnen und Trainer, die Vereinsarbeit hinter den Kulissen. Und sie kennt das Gefühl, sich Schritt für Schritt nach oben zu arbeiten, ohne dass jemand eine Abkürzung angeboten hätte.

Parallel zur Nachwuchsarbeit sammelte sie früh Erfahrung im Erwachsenenbasketball: 2023/24 gewann sie mit den Basket Ladies Kurpfalz den Meistertitel der Regionalliga Baden-Württemberg. In der Saison 2024/25 folgte der Sprung in die 2. Bundesliga – bei der KuSG Leimen gehörte sie mit 17 Jahren auf Anhieb zur Starting Five und kam in 21 Spielen auf 6,3 Punkte, 3,0 Rebounds, 1,4 Assists und 1,3 Steals. 2025 kehrte sie dorthin zurück, wo ihre Basketballgeschichte begonnen hatte.

Anna-Lisa Wuckel im Derby bei ihrem Ex-Klub KuSG Leimen. Foto: Andreas Gieser

602 Minuten – und ein Abend in Jena

Die Bilanz ihrer ersten Saison im Zweitligateam der BasCats liest sich geradlinig: 24 Einsätze, 602 Minuten, 25,1 Minuten im Schnitt, dazu 6,8 Punkte, 3,8 Rebounds, 1,6 Assists und 1,1 Steals pro Partie bei 38,4 Prozent aus dem Feld. Anna-Lisa gehörte von Beginn an zur festen Rotation – als eine der jüngeren Spielerinnen im Kader.

Dass sie auch das große Spiel kann, zeigte sie im Dezember in Jena: 21 Punkte, ihr Bestwert in der 2. Bundesliga. Vier Wochen zuvor waren es 16 Zähler gegen Bamberg gewesen. Ihre Dreierquote verbesserte sie im Jahresvergleich deutlich – von 20,0 Prozent in Leimen auf 27,6 Prozent im BasCats-Trikot. Am Ende der Saison standen die Vizemeisterschaft der Hauptrunde in der 2. Bundesliga Süd und der Einzug ins Play-Off Halbfinale. Wenn es eng wurde, war sie auf dem Feld: In allen vier Play-off-Partien – zweimal gegen Osnabrück, dann gegen Leverkusen und Göttingen.

Ein Sommer im Nationaltrikot

Im Juli folgte die Bestätigung von außen: Anna Lisa wurde in den Kader der deutschen U20-Nationalmannschaft berufen und spielte bei der Women’s EuroBasket U20 in Litauen. In sieben Partien kam sie auf 16,3 Minuten Einsatzzeit, 3,0 Punkte, 1,6 Rebounds und 1,7 Assists. Ihre stärkste Leistung zeigte sie gegen Serbien mit sieben Punkten und drei Assists. Eine EM-Endrunde gegen die besten Jahrgangskolleginnen Europas ist eine Erfahrung, die kein Training ersetzen kann. Genau diese Erfahrung bringt sie jetzt zurück nach Heidelberg.

Anna-Lisa Wuckel im Nationaltrikot. Foto: FIBA

Combo Guard – und ab sofort mit mehr Verantwortung

Anna-Lisa Wuckel ist keine Spielerin für genau eine Aufgabe. Als Combo Guard kann sie das Spiel aufbauen und die Mannschaft organisieren, ebenso aber selbst zum Abschluss kommen – ein Profil, das dem Trainerteam Flexibilität in der Aufstellung gibt und ihr selbst mehrere Wege offenhält, ein Spiel zu beeinflussen.

Für die kommende Saison ist die Richtung klar: mehr Verantwortung im Spielaufbau, mehr Ansprache auf dem Feld, mehr Präsenz in den engen Schlussphasen. Eine Erwartungshaltung, die Coach Niko Kuusi teilt: „Wenn eine Achtzehnjährige in der 2. Bundesliga im Schnitt 25 Minuten auf dem Feld steht, sagt das eine Menge über sie aus – dafür muss ich vergangene Saison nicht an der Seitenlinie gestanden haben. Als Combo Guard gibt sie uns die Freiheit, mit zwei Ballhandlerinnen zu spielen: Sie kann eine Aktion aufbauen und in der nächsten selbst angreifen. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit. Mein Anspruch für diese Saison ist, dass sie lauter wird auf dem Feld, dass sie die Mannschaft organisiert und dass sie in den engen Schlussphasen den Ball haben will.“

Studium und Basketball unter einem Dach

Dass Anna-Lisa Wuckel in Heidelberg studiert, fügt sich in dieses Bild. Die BasCats stehen dafür, jungen Spielerinnen eine sportliche Heimat zu geben, in der Ausbildung und Leistungssport sich nicht behindern, sondern tragen. Bei ihr ist diese Heimat keine Konstruktion, sondern schlicht der Verein, in dem sie aufgewachsen ist.

„Ich bin hier groß geworden, ich kenne diese Halle, seit ich ein Kind bin. Das vergangene Jahr hat mir gezeigt, woran ich arbeiten muss – die EM im Sommer war dafür eine harte, aber gute Schule. Ich will mehr Ruhe in den Aufbau bringen und in den engen Phasen bessere Entscheidungen treffen. Und als Heidelbergerin sehe ich, wie positiv sich die BasCats entwickeln und welche Möglichkeiten hier inzwischen für uns Spielerinnen geschaffen worden sind. Deshalb bleibe ich. Ich will Teil dieser Entwicklung sein“, sagt Anna-Lisa Wuckel.

Anna-Lisa Wuckel im Playoff-Rückspiel gegen Osnabrück. Foto: Andreas Gieser

Ausblick

Mit 18 Jahren hat Anna-Lisa Wuckel bereits zwei volle Zweitliga-Saisons, die WNBL und eine EM-Endrunde in den Beinen – und ist noch immer am Anfang. Für den Verein ist diese Entwicklung mehr als ein rein sportlicher Faktor. Leiter Damenbasketball Jochen Kohlhaas fasst die Bedeutung der Vertragsverlängerung zusammen: „Anna-Lisas Verlängerung ist für uns mehr als eine Personalie. Sie hat den kompletten Weg beim USC genommen – Jugend, WNBL, Zweitligakader – und trägt heute das Trikot der Nationalmannschaft. Genau dafür betreiben wir unsere Nachwuchsarbeit. Wenn junge Spielerinnen sehen, dass dieser Weg bei uns nicht auf halber Strecke endet, ist das das beste Argument, das wir haben.“

Die BasCats freuen sich auf den nächsten Schritt.

Jochen Kohlhaas

Beitragsbild: Ihre Treffsicherheit aus der Distanz soll Anna-Lisa Wuckel weiter verbessern. Foto: Andreas Gieser

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