/ via Max-Planck-Institut für Kernphysik Heidelberg /
Die Meteoritensammlung der Max-Planck-Gesellschaft hat ein neues Zuhause am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Göttingen gefunden.
4780 Proben von mehr als 1932 Meteoriten umfasst die neue Sammlung am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Als Forschungssammlung bietet sie eine außerordentliche Bandbreite verschiedener Meteoritenklassen und zählt zu den umfangreichsten und vielfältigsten der Welt.
In den vergangenen Monaten ist die Meteoritensammlung ans MPS umgesiedelt. Sie vereint zwei frühere Forschungssammlungen der Max-Planck-Gesellschaft, die Wissenschaftler in den 1950er und 1960er Jahren an den Max-Planck-Instituten für Chemie in Mainz und für Kernphysik (MPIK) in Heidelberg angelegt hatten. Als dort 2005 bzw. 2003 die Meteoritenforschung eingestellt wurde, siedelten die kosmischen Brocken als Leihgabe ans Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum in Frankfurt über. Unter der Leitung von Dr. Jutta Zipfel wurde die Sammlung dort über mehr als 20 Jahre wissenschaftlich und kuratorisch bewahrt, ausgebaut und für die Forschung zugänglich gemacht.
Einige besondere Stücke bleiben im Frankfurter Naturmuseum in Frankfurt – so sind die faszinierenden Himmelskörper auch weiterhin einem breiten Publikum zugänglich. Ebenso ist eine Auswahl von Metoriten am MPIK ausgestellt.
Meteoritenforschung am MPIK
Am MPIK beschäftigten sich Wolfgang Gentner und Josef Zähringer in den späten 1950er und 1960er Jahren mit Meteoriten. Im Fokus standen die Analyse von Edelgasisotopen zur Altersbestimmung und die Wechselwirkung mit kosmischer Strahlung und dem Sonnenwind. Mit dem Elektronenmikroskop wurden zahlreiche neue Minerale und Einschlüsse ursprünglicher Materie entdeckt und so Einblicke in Abkühlungs- und Differenzierungsprozesse gewonnen. Die Meteoritenforschung wurde von Hugo Fechtig und Till Kirsten fortgesetzt.
Im Laufe der Jahrzehnte wurde vom Institut eine eigene wissenschaftlich wertvolle Meteoritensammlung aufgebaut. Besondere Aufmerksamkeit gewann der Mundrabilla-Eisenmeteorit aus der Nullarbor-Ebene in Westaustralien. Mit einer Gesamtmasse von 24 Tonnen gehört er zu den weltweit größten Meteoritenfunden. Die kleinere (Mundrabilla II, ca. 5,5 Tonnen) der beiden größten Massen und wurde 1974 am MPIK mit einer Spezialsäge in mehrere Scheiben zerteilt, welche Australien, dem Vereinigten Königreich, den USA und der damaligen UdSSR zu Forschungszwecken übergeben wurden und heute in verschiedenen Museen ausgestellt sind. Weitere Scheiben verblieben für die Meteoritenforschung am MPIK.
Nachricht des MPI für Sonnensystemforschung zur Meteoritensammlung (16.09.2026)

