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TV-UK Verhandlungen: Offener Brief an ver.di

/ via universitätsklinikum heidelberg /

Mit diesem offenen Brief wendet sich der Arbeitgeberverband der Universitätsklinika (AGU) an Jakob Becker, ver.di-Verhandlungsführer:

Sehr geehrter Herr Becker,

wir hatten in der Auftaktveranstaltung der Tarifverhandlung am 6. Mai 2026 detailliert die aktuell angespannte wirtschaftliche Situation der Universitätsklinika Baden-Württemberg sowie die erwarteten zusätzlichen negativen Auswirkungen der von der Bundesregierung vorgesehenen Gesundheitsreform dargelegt.

Wir hatten weiterhin darauf hingewiesen, dass wir aufgrund der z. T. noch unklaren Gesetzeslage kein Angebot in der ersten Verhandlungsrunde unterbreiten können.

So hat der Bundesrat am 8. Mai 2026 – also bereits 2 Tage nach unserer Auftaktverhandlung – die 1.000 € Entlastungsprämie abgelehnt. Diese steuerfreie Entlastungsprämie wäre, analog zu unseren gemeinsamen diversen Abschlüssen über eine steuerfreie Corona-Prämie bzw. steuerfreie Inflationsausgleichsprämie, Bestandteil unseres Angebotes gewesen.

Hätten wir daher am 6. Mai 2026 ein entsprechendes Angebot unterbreitet, dann hätten wir dieses bereits 2 Tage später wieder zurücknehmen müssen, dazu war u.a. Vivantes Berlin gezwungen. Genau das wollten wir im Interesse der Beschäftigten der Universitätsklinika vermeiden.

Wir haben Ihnen ausdrücklich zugesagt, in der nächsten Verhandlungsrunde am 17. Juni ein konkretes Angebot zu unterbreiten.

Darüber hinaus haben wir in der Auftaktverhandlung darauf hingewiesen, dass ver.di mit dem Mobilitätszuschuss in Höhe des Deutschlandtickets (= 63 €) für die Auszubildenden eine Forderung stellt, die durch den seit 2018 bereits mit ver.di vereinbarten Mobilitätszuschuss in Höhe von 40 € gezahlt wird.

Wie wir mittlerweile festgestellt haben, bietet Baden-Württemberg u. a. den Auszubildenden ein „D-Ticket Jugend BW” für 45 € an, dass im ÖPNV in ganz Deutschland gilt. (siehe: https://vm.badenwuerttemberg.de/de/mobilitaet-verkehr/bahn-und-bus/oepnv-angebot-fuer-reisende/unsere-tickets-undtarife/alles-zum-d-ticket-jugendbw )

Dadurch ist schon dieser ver.di-Forderungspunkt, der weiterhin Bestandteil Ihrer Forderung bzw. sogar des Warnstreikaufrufs ist, substanzlos.

Dass Sie vor dem Hintergrund der vorstehenden Fakten dennoch erneut 2-tägige Warnstreiks ankündigen, die zweifellos vor allem Patientinnen und Patienten belasten, ist mithin unverständlich und aus unserer Sicht auch unverhältnismäßig.

Der Marburger Bund zeigt hier offensichtlich ein anderes Bewusstsein. So hat die TdL in der am Montag abgeschlossenen Tarifrunde auch nach der 2. Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt. Dennoch hat der Marburger Bund keinen Warnstreik durchgeführt.

Bitte bedenken Sie, dass Streikmaßnahmen durch die damit notwendigen Absagen von Eingriffen bzw. ausufernde Wartezeiten für Patientinnen und Patienten und deren Angehörige außerordentlich belastend sein können.

Wir fordern Sie daher insbesondere im Interesse der von Warnstreiks betroffenen Patienten und Patientinnen auf, diese völlig überzogene Aktivität unmittelbar vor unserer nächsten Tarifverhandlungsrunde abzusagen.

Mit freundlichen Grüßen

Professor Dr. Udo X. Kaisers

Vorstand
Arbeitgeberverband der Universitätsklinika (AGU)

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