/ via universitätsklinikum heidelberg /
Als Virologe und Facharzt für Infektionskrankheiten arbeitet Prof. Lichterfeld an der Schnittstelle von Grundlagenforschung und klinischer Medizin, um bislang fehlende kurative Strategien für die HIV-Infektion zu entwickeln. Mathias Lichterfeld – Professor für Medizin an der Harvard Medical School – forscht aktuell an führenden Institutionen in Boston (USA). Nominiert von der Ruperto Carola, soll er an die Medizinische Fakultät Heidelberg wechseln und eine zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung des Zentrums für Integrative Infektionsforschung übernehmen.
Im Zentrum von Prof. Lichterfelds Forschung stehen die Mechanismen, die es HIV ermöglichen, trotz wirksamer antiretroviraler Therapie – die derzeit eine lebenslange Behandlung erfordert – im menschlichen Körper fortzubestehen. Dabei geht es auch um die Prozesse, die ein Wiederaufflammen der Virusvermehrung nach Absetzen der Therapie ermöglichen. Ein besonderer Fokus liegt auf HIV-infizierten Immunzellen, in denen das Virus lebenslang latent, aber replikationsfähig verbleibt. Mithilfe moderner Einzelzell- und Sequenzierungstechnologien untersuchen Prof. Lichterfeld und seine Arbeitsgruppe die Verwundbarkeiten dieser Zellen und entwickeln Strategien zu ihrer gezielten Eliminierung. Parallel dazu analysiert sein Team im Rahmen klinischer Studien am Menschen die Reaktionen dieser infizierten Immunzellen auf therapeutische Interventionen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschung sind viral infizierte Zellen und antivirale Immunantworten bei Neugeborenen, Kindern und Jugendlichen. Insbesondere im Bereich der pädiatrischen HIV-Forschung hat Prof. Lichterfeld wegweisende Beiträge geleistet. Ziel seiner Arbeiten ist es, grundlegende Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie das Immunsystem gezielt aktiviert werden kann, um persistierende viral infizierte Zellen zu erkennen und zu eliminieren.
Mit Mathias Lichterfeld will die Universität Heidelberg einen international herausragenden Wissenschaftler und Arzt für den Standort Heidelberg gewinnen, der in der Fachwelt als exzellenter Vertreter seines Forschungs- und Arbeitsgebietes ausgewiesen ist. Neben der herausragenden wissenschaftlichen Qualifikation der Kandidaten für eine Humboldt-Professur sind die Konzepte der Hochschulen entscheidend, die den Spitzenforscherinnen und Spitzenforschern mit ihren Teams eine dauerhafte Perspektive in Deutschland bieten sollen. Die Universität Heidelberg verbindet mit der Berufung von Prof. Lichterfeld das Ziel, das herausragende Profil der Medizinischen Fakultät Heidelberg und des Universitätsklinikums Heidelberg in der Infektionsforschung mit einem Schwerpunkt in der Virologie weiter zu schärfen, insbesondere mit Blick auf die Translation von Ergebnissen der Grundlagenforschung in interventionelle klinische Studien. Mathias Lichterfeld forscht derzeit am Ragon Institute von Mass General Brigham, MIT und Harvard, einem führenden Zentrum für kollaborative biomedizinische Forschung. Zudem wirkt er als klinisch tätiger Infektiologe am Massachusetts General Hospital und am Brigham and Women’s Hospital, den beiden zentralen Lehrkrankenhäusern der Harvard Medical School.
Für die Alexander von Humboldt-Professur können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland nominiert werden, die in ihrem Fachgebiet weltweit eine führende Position einnehmen. Mit Unterstützung durch den hochdotierten Preis sollen sie mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten zur internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandortes Deutschland nachhaltig beitragen. Die Professur wird von der Alexander von Humboldt-Stiftung vergeben und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt finanziert. Das Preisgeld ist für die Finanzierung der ersten sieben Jahre ihrer Arbeit bestimmt. Jährlich können bis zu zehn Professuren vergeben werden. Nach erfolgreichen Berufungsverhandlungen mit den jeweiligen Universitäten wird die Verleihung der Preise im kommenden Jahr stattfinden.
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