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Information über Rahmenplanung im Stadtentwicklungsausschuss
Am 6. Mai gegne Abend informierte die Stadt Heidelberg im Stadtentwicklungs- und Bauausschuss über insgesamt sieben Vorhaben von Dritten am Neckarbogen nördlich vom Campus am Neuenheimer Feld, für die die Stadt eine Rahmenplanung erarbeitet.
Eines der Vorhaben ist der Bau einer Abwasserwärmepumpe durch die Stadtwerke Heidelberg. Der 100-prozentig kommunale Energieversorger setzt damit eine weitere Maßnahme aus seiner Energiekonzeption 2030 bzw. aus dem kommunalen Wärmeplan der Stadt Heidelberg um.
Die Stadtwerke Heidelberg haben sich zum Ziel gesetzt, den Anteil grüner Energien an der Fernwärme von derzeit rund 5 % so weit zu steigern, dass sie bis 2035 klimaneutrale Fernwärme liefern können. Als nächster Schritt auf diesem Weg werden sie eine Abwasserwärmepumpe in der Nähe der Kläranlage Nord im Neuenheimer Feld bauen – ergänzend zu einer parallel geplanten Flusswärmepumpe in Heidelberg-Bergheim.
Die Abwasserwärmepumpe wird die Wärme aus dem Abwasser nach der vierten Reinigungsstufe nutzen. Die Temperatur des Abwassers gemessen in Grad Celsius liegt im zweistelligen Bereich. Die Anlage wird das Abwasser um bis zu sieben Grad abkühlen und somit Wärmeenergie aus den Haushalten und Unternehmen zurückgewinnen. Da Abwasser nicht gleichmäßig anfällt, ist auf dem Gelände ein ergänzender Klarwasserspeicher geplant. So wird sichergestellt, dass die Anlage kontinuierlich in Betrieb sein kann.
Die Wärmepumpen in der Anlage erhöhen die entzogene Wärme auf eine Temperatur von ca. 90 bis 95 Grad Celsius, so dass sie ins Fernwärmenetz eingespeist und zur Wärmeversorgung genutzt werden kann. Die Anlage wird bei einer Leistung von 30 Megawatt, verteilt auf zwei Module, jährlich 130.000 bis 240.000 Megawattstunden nutzbare Wärme erzeugen.
Um eine harmonische Einbindung in die Umgebung zu gewährleisten, wurde ein architektonisches Konzept entwickelt, das den Übergang in den Landschaftsraum vermittelt. Der transparente, wellenförmige Aufbau weckt Assoziationen an Wasser und Bewegung.
Die Stadtwerke Heidelberg haben nach Informationsgesprächen mit den anliegenden Vereinen sowie mit den Anwohnenden gemeinsam mit der Stadt Heidelberg Umwelt- und Bodenuntersuchungen angestoßen. Im April wurden Bodenproben entnommen. Parallel dazu bereiten sie Ausschreibungen für die erforderlichen Gewerke vor.
Baustart wird voraussichtlich Ende 2027 oder Anfang 2028 sein.

