/ via Max-Planck-Institut für Kernphysik Heidelberg /
In einer Stellungnahme unterstützt der deutsche Wissenschaftsrat die deutsche Beteiligung an LEGEND-1000, nachdem das Experiment in einer wissenschaftlichen Begutachtung als Projekt von großer Bedeutung für die breitere Forschungsgemeinschaft in der Teilchen- und Kernphysik bewertet wurde.
LEGEND-1000, die nächste Phase des Large Enriched Germanium Experiment for Neutrinoless Double Beta Decay, ist eine geplante Forschungsinfrastruktur, die von einem internationalen Konsortium im Laboratori Nazionali del Gran Sasso (LNGS) Untergrundlabor in Italien eingerichtet werden soll. Die Trägereinrichtungen der deutschen Beteiligung sind das Max-Planck-Institut für Kernphysik (MPIK) in Heidelberg und die Technische Universität München (TUM) unter den Projektleitungen Prof. Susanne Mertens (MPIK) und Prof. Stefan Schönert (TUM). Durch den Einsatz von 1000 kg hochsensitiver Germanium-Detektoren dient das Experiment dazu, fundamentale Eigenschaften von Neutrinos zu erforschen und zentrale Fragen der Teilchenphysik und Kosmologie zu beantworten. Das vorrangige Ziel ist dabei die Suche nach dem neutrinolosen doppelten Beta-Zerfall von Germanium-76, dessen Entdeckung zeigen würde, dass Neutrinos ihre eigenen Antiteilchen sind. Diese Erkenntnis könnte Aufschluss über die Materie-Antimaterie-Asymmetrie im Universum geben. Darüber hinaus wird LEGEND-1000 auch die Suche nach Dunkler Materie, astrophysikalischen Neutrinos, seltenen Zerfallsprozessen und weiteren Phänomenen jenseits des Standardmodells ermöglichen. LEGEND-1000 baut dabei auf die bereits etablierten Experimente LEGEND-200 und GERDA auf, die bereits unter wesentlicher Beteiligung deutscher Gruppen gebaut wurden.
In einer nun veröffentlichten Stellungnahme sprach sich der Wissenschaftsrat ausdrücklich für eine deutsche Beteiligung an LEGEND-1000 aus. Diese Empfehlung geht auf eine durch den Wissenschaftsrat initiierte wissenschaftliche Begutachtung zurück, die im Rahmen des 2024 initiierten nationalen Priorisierungsverfahren für umfangreiche Forschungsinfrastrukturen stattgefunden hat. Das Gremium würdigte in seinem Bericht insbesondere, dass die zu erwartenden Erkenntnisse von großer Bedeutung für die breitere Forschungsgemeinschaft in der Teilchen- und Kernphysik sind. Zudem weist das Gremium darauf hin, dass LEGEND-1000 durch seinen Versuchsaufbau die Entwicklung hochempfindlicher Detektoren, kryogener Systeme und strahlungsarmer Materialien vorantreiben wird. Angesichts zahlreicher potenzieller Anwendungsmöglichkeiten in Bereichen wie Umweltüberwachung, Strahlungsdetektion, medizinische Bildgebung sowie Quantencomputing eröffnet dies vielversprechende Chancen für Industriepartner, wobei bereits eine Reihe deutscher und europäischer Unternehmen an der Entwicklung und Installation der Forschungsinfrastruktur beteiligt ist.
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